Anwendung

Sintern

Pulverwerkstoffe und Keramiken zu stabilen Bauteilen verdichten

Sintern bezeichnet das thermische Verdichten von Pulvern oder porösen Grünkörpern unterhalb der Schmelztemperatur. Durch Diffusions- und Umordnungsprozesse an den Korngrenzen entsteht ein dichtes, mechanisch belastbares Bauteil, ohne Schmelzphase und mit präziser Formtreue.

Das Verfahren ist Grundlage der Pulvermetallurgie (PM), der technischen Keramik und der additiven Fertigung (Sintern nach 3D-Druck). NTH Therm liefert Hochtemperaturöfen mit der nötigen Atmosphärenkontrolle und Temperaturgleichmäßigkeit für reproduzierbare Sinterqualität.

Prozessparameter im Überblick

ParameterTypischer Bereich
Temperatur600–1300 °C (abhängig vom Werkstoff)
Haltezeit30 min – 8 h
AtmosphäreN₂, H₂, N₂/H₂-Mischung, Argon, Vakuum
Aufheizrate1–10 K/min (werkstoffabhängig)

Typische Werkstoffe und Anwendungen

  • Eisenbasierte PM-Teile: Zahnräder, Lager, Strukturteile (Maschinenbau, Automotive)
  • Hartmetalle: Schneidplatten, Bohrer, Verschleißteile (WC-Co, WC-TiC-Co)
  • Technische Keramiken: Al₂O₃, ZrO₂, Si₃N₄ für Elektronik, Medizintechnik, Energietechnik
  • Magnetwerkstoffe: Ferrite, Seltenerd-Magnete
  • Sinterfilter und poröse Strukturen

Empfohlene NTH Therm Ofensysteme

  • Kammerofen ICF: bis 1300 °C, atmosphärenfähig, für Produktions- und Laborchargen
  • Rohrofen TH1: exzellente Atmosphärenkontrolle, ideal für Forschung und Kleinserien
  • Durchlaufofen: für kontinuierliches Sintern in der Serienproduktion

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sinteratmosphäre und Vakuumsintern?

Beim Atmosphärensintern wird ein Schutzgas (N₂, H₂, Ar oder Mischungen) verwendet, um Oxidation zu verhindern und/oder eine reduzierende Wirkung zu erzielen. Vakuumsintern bietet höchste Reinheit der Atmosphäre, besonders wichtig für Hartmetalle, Sinterkorund und hochwertige technische Keramiken.

Welche Temperaturen sind für das Sintern von Metallpulvern und Keramiken typisch?

Eisenbasierte PM-Teile werden typischerweise bei 1050–1150 °C gesintert. Hartmetalle (WC-Co) benötigen 1350–1450 °C. Technische Keramiken wie Al₂O₃ oder ZrO₂ liegen bei 1400–1700 °C. NTH Therm Öfen decken den Bereich bis 1300 °C ab.

Können NTH Therm Öfen für kontinuierliches Sintern ausgelegt werden?

Ja. Für die Serienproduktion empfehlen wir Durchlauföfen mit kontrollierter Atmosphärenzone. Für Forschung und Kleinserien eignen sich unsere Kammeröfen ICF und Rohröfen TH1 optimal.