Service

Modernisierung & Aufarbeitung von Industrieöfen

Mehr aus bestehenden Anlagen herausholen

Ein 15 Jahre alter Industrieofen mit intaktem Ofengehäuse und veralteter Elektronik ist keine Fehlinvestition, sondern eine Chance. Das mechanische Grundgerüst von Industrieöfen ist auf Jahrzehnte ausgelegt. Was altert, sind Steuerungen, Sicherheitsrelais, Thermoelemente, Isolierungen und Heizelemente: alles davon ersetzbar.

NTH Therm modernisiert Industrieöfen aller Hersteller und Typen auf aktuellen Stand: neue SPS, Touch-HMI, zeitgemäße Sicherheitstechnik, optional neue Prozessfähigkeiten. Das Ergebnis ist eine Anlage, die sich in Bedienung, Sicherheit und Energieverbrauch von einem Neubau kaum unterscheidet, und das zu 30–60 % der Neuanschaffungskosten.

Wann macht eine Modernisierung Sinn?

SignalWas es bedeutet
Veraltete SPS (S5, ältere S7-300)Ersatzteilversorgung endet; Sicherheitsrisiko; kein Remote-Unterstützungszugang
Kein Touch-HMI / kein DataloggingFehlende Nachweisbarkeit für ISO / IATF / CQI-9 Audits
Hoher EnergieverbrauchVeraltete Regelungsstrategie, schlechte Isolierung, Überhitzung
Sicherheitstechnik veraltetNicht EN ISO 13849-konform; DGUV-3 nicht bestanden
Prozesserweiterung gewünschtNeue Anwendung (Schutzgas, Aufkohlung) erfordert neue Sensorik/Regelung
Häufige StörungenVerschleiß an Heizelemente, Thermoelemente, Steuerungshardware

Was NTH Therm modernisiert

Steuerung und Visualisierung:

  • Neues SPS-System (Siemens S7-1200 / S7-1500, TIA Portal)
  • Touch-HMI mit intuitivem Benutzerinterface (Siemens, Weintek oder gleichwertig)
  • Rezeptverwaltung mit unbegrenzten Programmpositionen
  • Datenaufzeichnung und -export (USB, Netzwerk, Cloud-fähig)
  • Remote-Unterstützungszugang via gesichertem VPN
  • Optional: OEE-Integration (Evocon oder gleichwertig) für Anlagenverfügbarkeits-Tracking

Sicherheitstechnik:

  • Sicherheitsgerichtete Relais (Pilz, Siemens Safety) nach EN ISO 13849 / SIL 2
  • Neue Not-Halt-Kette, Türsicherheitskreis, Lichtgitter-Anbindung
  • Überhitzungsschutz, Gas-Überwachung, Drucküberwachung (atmosphärenkontrollierte Öfen)
  • DGUV-3-Prüfung und vollständige CE-Dokumentation nach Abschluss

Temperaturmess- und Regeltechnik:

  • Neuzustand Thermoelemente (Typ K, N, S oder B je nach Temperaturbereich)
  • PID-Regelung mit Selbstoptimierung (Autotuning)
  • Mehrzonenregelung für bessere Temperaturgleichmäßigkeit
  • Sauerstoffsonde und C-Potenzialregler (für Karburierung / Schutzgasbetrieb)

Heizsystem:

  • Neue Heizelemente (NiCr-Draht, Kanthal, SiC oder MoSi₂ je nach Temperaturbereich)
  • Leistungsoptimierung durch moderne Phasenwinkels- oder Nullspannungssteuerung
  • Thyristorsteuerung für verschleißfreies Schalten

Isolierung und Mechanik:

  • Neue Isolierauskleidung (Faserwolle, Vermikulit, Schamotte je nach Anforderung)
  • Erneuerung von Tür- und Wagendichtungen
  • Überholung Herdwagenantrieb und Führungsschienen

Was Sie durch eine Modernisierung gewinnen

  • Energieeinsparung 15–30 % durch bessere Regelstrategie und neue Isolierung
  • 15+ zusätzliche Betriebsjahre für das mechanisch intakte Grundgerüst
  • Audit-Konformität für ISO 9001, IATF 16949, CQI-9, AMS2750, NADCAP
  • Neue Prozessfähigkeiten ohne Neukauf (z. B. Schutzgasfähigkeit nachrüsten)
  • Weniger Störungen durch neue Komponenten im Verschleißbereich
  • Remote-Diagnose durch integrierten Remote-Unterstützungszugang

Prozesserweiternde Modernisierungen

Eine Modernisierung muss nicht auf den Status quo zielen. Wir erweitern bestehende Anlagen auch funktional:

Schutzgasfähigkeit nachrüsten: Kammerofen mit N₂-Anschluss, Atmosphärenventilen, Sauerstoffsonde und automatischer Spülsequenz ausrüsten. Ergebnis: Schutzgasglühen möglich, ohne neuen Ofen.

Karburierungsfähigkeit ergänzen: Bestehenden Härteofen mit C-Potenzialregelung, Endogaszufuhr und Abgasverbrennung erweitern. Neue Anwendungsfelder: Einsatzhärten für Zahnräder, Wellen, Bolzen.

Mehrzonen-Temperaturregelung nachrüsten: Gleichmäßigkeitsverbesserung in großen Kammeröfen und Herdwagenöfen durch unabhängig geregelte Heizzonen.

OEE-Monitoring integrieren: Anbindung an Evocon oder vergleichbare OEE-Software für Anlagenverfügbarkeits-Tracking, Chargendatenprotokollierung und vorausschauende Wartungsplanung.

Ablauf eines Modernisierungsprojekts

  1. Erstanalyse: Bestandsaufnahme anhand der technischen Unterlagen (remote oder vor Ort)
  2. Angebot und Leistungsbeschreibung: Klare Definition aller Komponenten, Leistungen und Termine
  3. Demontage und Aufarbeitung: Durchführung in unserer Werkstatt oder beim Kunden
  4. Inbetriebnahme: Vor-Ort-Inbetriebnahme, Prozesserprobung, Kalibrierung
  5. Dokumentation: DGUV-3-Protokoll, CE-Dokumentation, SPS-Quelldaten, Schaltpläne
  6. Schulung: Einweisung Bedienpersonal in neue Steuerung und Funktionen

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Modernisierung gegenüber einem Neukauf?

Ja, wenn das mechanische Grundgerüst – Ofengehäuse, Isolierung, Herdwagen, Tragstruktur – noch in gutem Zustand ist. Das ist bei Industrieöfen häufig der Fall, da mechanische Komponenten deutlich länger halten als Steuerungen und Sicherheitstechnik. Die Kosten einer Vollmodernisierung liegen typischerweise bei 30–60 % eines vergleichbaren Neubaus, bei vergleichbarem Ergebnis.

Welche Steuerungssysteme setzt NTH Therm bei der Modernisierung ein?

Wir arbeiten bevorzugt mit Siemens S7-1200 und S7-1500 (TIA Portal). Für einfachere Anwendungen auch mit Unitronics, Schneider Electric oder anderen marktgängigen Systemen, je nach Anforderung und vorhandener Infrastruktur des Kunden.

Kann ich durch eine Modernisierung neue Prozesse erschließen?

Ja. Ein einfacher Kammerofen kann durch eine Atmosphärensteuerung mit N₂/H₂-Zufuhr und Sauerstoffsonde zu einem Schutzgasglühofen erweitert werden. Ein bestehender Härteofen kann durch Integration eines C-Potenzialreglers für die Karburierung ertüchtigt werden. Wir prüfen das Modernisierungspotenzial Ihrer Anlage im Rahmen unserer Erstanalyse.

Wie lange dauert ein Modernisierungsprojekt?

Einfache Steuerungsmodernisierungen (neue SPS + HMI) dauern typischerweise 4–8 Wochen. Umfassendere Projekte mit Isolierungserneuerung, neuem Heizungssystem und Integration neuer Funktionen (Atmosphäre, mehrstufige Zonierung) können 12–20 Wochen in Anspruch nehmen, abhängig von Auftragsvolumen und Materialverfügbarkeit.